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Bildungspolitik: Qualität in den Vordergrund rücken, Grundschulen stärken

Die CDU im Land mit Kultusministerin Eisenmann macht es sich nach Auffassung des SPD-Fraktionschefs Andreas Stoch zu leicht, wenn es um die Analyse der Ursachen für das schlechte Abschneiden Baden-Württembergs in Schulvergleichsstudien wie dem IQB-Bildungstrend geht. „Um die Unterrichtsqualität in unserem Land nachhaltig zu verbessern, muss die CDU auch selbstkritisch beispielsweise auf die Wirkungen der alten Bildungspläne von 2004 oder die Häufigkeit fachfremden Unterrichts schauen und nicht blind in der letzten Legislatur nach Antworten stochern. Denn die Reformen der SPD in ihrer Regierungszeit weisen bereits in die richtige Richtung. Es rächt sich jedoch, dass sich die CDU jahrelang allen Reformen verweigert hat. Umso unverständlicher, dass sie nun so tut, als hätten die Schulen im Land nur auf die CDU gewartet.“

Stoch forderte eine weitere Stärkung der Grundschulen, insbesondere im Bereich der Sprachförderung. Hier habe es in den vergangenen Jahren bereits Verbesserungen gegeben: so seien erstmals Poolstunden eingeführt worden, um Kindern mit Sprachförderbedarf, Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Mathematik gezielter fördern zu können. Auf diesen Maßnahmen müsse jetzt sinnvoll aufgebaut werden. „Wir brauchen unter anderem mehr Expertise im Bereich Deutsch als Fremdsprache, um auf die steigende Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund in der Grundschule reagieren zu können“, analysierte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Es genüge nicht, sich wie Kultusministerin Eisenmann auf einzelne Methoden wie das kontrovers diskutierte „Schreiben nach Gehör“ zu stürzen – einer Methode, die übrigens unter Kultusministerin Schavan (CDU) eingeführt wurde. Es sei überdies das völlig falsche Zeichen, den Pädagogen kurzerhand die Kompetenz abzusprechen, wie es Kultusministerin Eisenmann nun schon mehrfach getan habe.

Nach einem Pressebericht sind für eine Sondersitzung des Kabinetts am Montagabend Bildungsexperten geladen, um Reformvorschläge zu präsentieren. Stoch verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass beispielsweise die Reform der Lehrerausbildung erst seit 2015/2016 umgesetzt werde und ihre Wirkung sich demnach erst nach und nach entfalten könne. Er erneuerte den Vorschlag der SPD, eine Bildungsenquetekommission einzusetzen, um weitere Veränderungen und Vorhaben in der Bildungslandschaft zu diskutieren – „und zwar gemeinsam und im Schulterschluss mit den verschiedenen Beteiligten. Eine Kabinettssitzung im stillen Kämmerlein ist mit Sicherheit kein adäquater Rahmen, um über die Zukunft der Bildung zu reden“, so Stoch.

 

Stuttgart, 5. Januar 2017
Sven Plank, Stellv. Pressesprecher